Bahnpolizei der Deutschen Bundesbahn
  Das Diensthundewesen
 

Das Diensthundewesen der Bahnpolizei

Ein sehr wichtiges Thema für die Bahnpolizei der Deutschen Bundesbahn war das Diensthundewesen.
Der Mensch machte sich seit Urzeiten die Eigenschaften des Hundes für seine Zwecke nutzbar.Dies erkannte auch schon die Führung der Bahnpolizei im Jahre 1917. Denn seit 1917 wurden Schutzhunde bei der Bp eingesetzt. Nach 1923 begann ein planmäßiger Aufbau des Diensthundewesen bei der Deutschen Reichsbahn mit entsprechender Ausbildung von Diensthundeführern und Diensthunden. Besondere Eignung zeigte hier der Deutsche Schäferhund. Das Thema Hundewesen wurde immer weiter ausgebaut. An der Bahnpolizeischule in München-Freimann entstand im Jahre 1975 eine eigene Hundelehranstalt mit neuen Gebäuden. 
Die Hundeausbildung bei der Bahnpolizei war"Top" und in der ganzen Welt bekannt.
Der Hund ist nicht mehr weg zudenken.
Er ist ein wichtiger "Kollege" des Bp-Beamten im Einsatz.
Durch seinen scharfen Spührsinn ist der Hund ein starker Partner für den Streifendienst.
Bahnpolizeistreife mit Diensthund 60iger Jahre



Bpb Johann Irgang bei Bestreifung von Güterzügen
60iger Jahre



Hundezwinger des Bpb Johann Irgang
im Bereich der Bahnpolizeiwache Regensburg





BOS im Bp-Dienst Ingo Deuter von der Bp-Wache Hagen mit Diensthund "Ex"

Wie wird man Hundeführer:
Wieder in der DV 425 (Dienstvorschrift für den Bahnpolizeidienst) lesen wir dazu.
Führer von Diensthunden können nur Mitarbeiter werden, die Verständnis für das Führen und die Ausbildung von Hunden haben und sich zur Übernahme bereit erklären.
Stellt sich heraus, daß ein Diensthundeführer für diese besonderen Aufgaben ungeeignet ist, so ist ihm der Diensthund abzunehmen.

Bei der Bahnpolizei werden folgende Hunderassen als Schutzhunde eingesetzt:

Deutscher Schäferhund (überwiegend), Dobermann, Airedale-Terrier,Riesenschnautzer, Rottweiler und Boxer.
Bahnpolizei-Diensthund "Axel" vom Bp-Po. Ingolstadt beim Ortsdienst im Bf Ingolstadt Hbf 1984


Bundesbahn-Hauptsekretär im Bahnpolizeidienst Max Würzinger -Oktober 1984-
im Nachtdienst auf Streife mit seinem  Bp-Diensthund "Axel"
Besonderheit: umgeschneiderte Lederjacke der Lapo zur Bapo-Lederjacke-


BOS im Bp-Dienst Schröter v. Bp-Posten Ingolstadt mit Diensthund "Duc" -1985-

Fertig zur Motstreife im Nachtdienst

Bundesbahnobersekretär im Bahnpolizeidienst Johannes Schröter vom Bahnpolizeiposten 
Ingolstadt mit seinem liebsten Streifenpartner "Diensthund Duc" -1985-
Fertig zur Motstreife


BOS im Bp-Dienst kommt mit "Duc" vom Ortsdienst    -1985-

Diese Bahnpolizeidiensthunde der DB haben einiges an Leistung gezeigt. Durch unzählige Leistungswettkämpfe im Wettbewerb mit anderen Polizeidienststellen bewiesen sie ihr können und hatten sehr gute Ergebnisse erzielt. Die Hunde der Bp waren immer an den oberen Siegerplätzen.
BOS im Bp-Dienst Deuter I. mit BpDh "Amon"

Jede Bahnpolizeiwache und jeder Bahnpolizei-Posten verfügte damals über eine hohe Anzahl von Diensthunde.
Bei einem Bahnpolizeiposten mit 12 Polizeibeamten hatten zum Teil 2/3 aller Bpb einen Diensthund.
Das kam auch so, daß der Bpb mit Diensthund alleine auf Streife gehen durfte, und wenn Personalnotstand bestand auch mal eine Nachtschicht alleine versehen konnte.
Hier kann ich die Bahnpolizei-Posten Neu-Ulm und Ingolstadt nennen. Hier kam es in den 80iger Jahren schon mal vor, daß ein Bp-Diensthundeführer alleine Nachtdienst schob, weil die Personaldecke so dünn war.
BHS im Bp-Dienst Würzinger mit Diensthund "Axel" v. Bp-Posten Ingolstadt
- 1984-


Weiter lesen wir im Anhang VII der DV 425:
Der ausgebildete Bahnpolizeidiensthund ist ein Hilfsmittel der körperlichen Gewalt im Sinne von § 2 Abs. 3 UZwG.
Der Diensthundeführer der Bahnpolizei darf den Diensthund als Maßnahme des unmittelbaren Zwangs nur einsetzen, wenn der zu erwartende Schaden nicht erkennbar außer Verhältnis zu dem beabsichtigten Erfolg steht.
Im allgemeinen ist der Hund an der Leine zu führen, wenn nötig ist ihm der Beißkorb anzulegen.
Weiter heißt es, daß der Hund  an der linken Hand zu führen und soll so gehen, daß die Brusthöhe des Hundes etwa in der Kniehöhe des Führers ist. Und weiter : Der Hund muß immer im Gesichtskreis des Führers sein.Der Hundeführer soll beim Angehen mit dem linken Fuß zuerst auftreten.
Der Einsatz des Diensthundes ist verboten
a) bei der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten
b) gegen Kinder
c) wenn erkennbar Unbeteiligte mit hoher Wahrscheinlichkeit
    gefährdet werden
Bild: Bp-Beamter bei Ortsstreife mit Diensthund bei Kontrolle eines Containers


BHS im Bp-Dienst Würzinger bei Bestreifung von abgestellten Zuggarnituren.
Wurden oft auch von Obdachlosen zum Nächtigen aufgesucht
1984
Bevor ein Diensthund gegen Personen eingesetzt wird, sind sie vernehmlich anzurufen: " Polizei - Halt oder ich setzte den Hund ein!"



BOS im Bp-Dienst Ahl mit Bp-Dh "Rex" eines Kollegen"
vom Bp-Posten Solingen-Ohligs
1981



Jede Bundesbahndirektion stellt einen sogenannten "Bezirkshundelehrwart" oder auch genannt "Diensthundelehrwart".
Dieser Lehrwart unterrichtet die Hundeführer über das Diensthundewesen und ihre Bestimmungen bei F-Lehrgängen
Er führt die Weiter-und Fortbildungen
Er überprüft und beurteilt die anzukaufenden und ausgemusterten Hunden
Er überwacht die Unterbringung und Pflege der Diensthunde
und zu guter letzt überprüft er den Zustand der Ausrüstung.




Der Bahnpolizeidiensthundeführer erhält wenn es möglich ist auf seinen Privatgrundstück einen eigenen "Zwinger" für seinen Bp-Diensthund,der auf Kosten der DB aufgestellt und gewartet wird.
Außerdem erhält noch jeder BpDh für das Halten eines Diensthundes (Futtergeld, Medikamenten usw.) eine Vergütung, die monatlich ausgezahlt wurde.
Die Höhe der Vergütung setzt die HVB der jeweiligen BD fest.
Bp-Beamter auf Hundestreife an einer Hauptstrecke der DB

Bp-Beamter mit Dh auf Ortsstreife im Winter 
Güterbahnhof Mannheim

BOS im Bp-Dienst Nagel mit seinem Diensthund auf Streife

Da ja die Bahnpolizei lange nur eine "Welt der Männer" war, setzte die DB im Zuge der Gleichberechtigung im Jahre 1983 wieder Frauen im Bp-Dienst ein.
Dies wurde ja schon im Kapitel Bp-Dienst auführlich erwähnt. 
Doch unter diesem Kapitel "Hundewesen der Bahnpolizei" muß noch eigens erwähnt werden, daß es im Jahre 1988 die junge Bahnpolizeibeamtin Eva Sräga (25) von der Bahnpolizeiwache Düsseldorf wagte in diese "Männerdomäne" der Hundeführer einzudringen und eine Lanze der Frauen brach, in dem sie die Ausbildung zur "Ersten Bahnpolizei-Diensthundeführerin" absolvierte und diese mit "bravour" bestand.
Wir können aus dem Zeitungsartikel des "Express" vom 07.04.1988 entnehmen, daß ihr Bp-Diensthund ein Schäferhund-Rüde 42 kg und 71 cm Schulterhöhe mißt und den Namen "Sultan" trägt.
Weiter hörten wir, daß Eva genauso die Hundeausbildung wie ihre männlichen Kollegen absolvieren mußte, sie wurde nicht in Watte gepackt und auch nicht bevorzugt.
Danach versah sie als ausgebildete Bp-Diensthundeführerin ihren Dienst weiter bei ihrer Bahnpolizeiwache in Düsseldorf, nur hatte sie einen weiteren Streifenpartner an ihrer Seite, nämlich den Diensthund "Sultan". Auf die Frage der Reporter, ob sie Angst hätte, entgegenete Eva S.: Angst habe ich keine, denn Sultan sieht schon furchteinflößend aus. Sein Tatendrang wird durch den Maulkorb gebremst.




Sehr hübsch die Eva-gell!!!

Das Stichwort Maulkorb ist ein guter Übergang zu einer kleinen Episode, die sich Anfang der 80iger Jahre am Bahnhof Ingolstadt Hbf abspielte. Hier spielte nämlich bei einem Fußballeinsatz der Maulkorb eine wichtige Rolle.
Das war so.: 
Samstag abends, Rückreiseverkehr von Fußball-Fans in ihre Heimatstädte. Tatort: Ingolstadt Hbf

Eingesetzt zum Ordnungsdienst waren 7 Bahnpolizeibeamte und ein Bahnpolizeidiensthund.

Die Fans kamen mit einem Zug in Ingolstadt an, randalierten und schrien umher. Die einen wurden sogar frech und renident.
Diese schreiende "Fans" wurden mittels Diensthund vom Bahnsteig abgedrängt und schnellstmöglich vom Bahnhof entfernt, da dieses Verhalten erheblich den Bahnbetrieb und den Publikumsverkehr störte.
Einige Zeit später, als wieder Ruhe auf dem Bahnhof eingekehrt war und die Kollegen der Bp sich in ihrem Postenraum aufhielten, kam einer der Fußball-Fans in Begleitung seines Freundes und behauptete, er wäre vom Diensthund gebissen worden. Was aber der Wahrheit in keinster Weise entsprach.
Denn nach Inaugenschein der Wunde durch die Bpb wurde festgestellt, 
daß a) die Wunde am Fuß nicht von einem Hundebiß ist und
       b) der Bp-Dienst "Edo" während des gesamten Bp-Einsatz-
            es einen Maulkorb trug.

 
Die Fans zogen wieder ab, aber eine Bp-Meldung und Aufnahme mußte trotzdem gefertigt werden.

Diese Art von Einsätzen ist nicht so schön, vor allem die Begleitung von Fußballsonderzügen.
Da hat sich auch eine Episode im Raum Köln abgespielt.
Der Streifenführer des eingestzten Sonderkommandos schrieb in seinem Endprotokoll: Eine Bestreifung durch den Zug war mittels Diensthund nicht mehr möglich, da der gesamte Zug mit Glasscherben übersät war. Die Verletzungsgefahr für den Hund war zu groß!
alte Bilder von Hundeübungen









Zu guter Letzt:
Hunde-Abrichte-Plätze gab es in Dinkslaken, Hanau, Kiel, Burgdorf (Han), Karlsruhe, Weil am Rhein, Düren, München-Laim, Regensburg , Kornwestheim und Malsfeld.


Heft für die Prüfungsordnung der Bahnpolizeidiensthundeprüfung
von 1966
Prüfungsordnung 1979


Stellen von Jugendlichen mittlel´s  Bp-Diensthund, die sich unbefugt 
auf Bahngelände rumtrieben
im Bild klar zu erkennen, daß der BpDh einen Maulkorb trägt

Stellen von Täter mittel´s Bp-Hund

 Festnahme der Person
Bahnpolizei-Diensthundemarken -BD Hannover, BD Stuttgart






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Bp-Diensthundeführer




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3 Diensthundeführer des Bahnpolizeiposten Neuss -1930-

das Bild ist eine Rarität

hi.v.li.na re.: Wierts, Siegers, Ritterbach, Koenen, Mayer;
vorne vo li. na. re: Slesiona, Biermann, Müller;
Diensthunde:         Hexe   Arno    Blanka
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Weitere Diensthundebilder



Hundeführer-Lehrgang 1965 an der Bp-Schule München-Freimann



Bahnpolizeidiensthunde (Deutscher Schäferhund)



Bahnpolizeidiensthund "Alf" vom Bp-Posten Neuss



Bahnpolizeibeamter Eyll vom Bp-Posten Neuss mit Diensthund



Bp-Diensthund "Axel" vom Bp-Posten Neuss (ein schwarzes Kerlchen)



Bahnpolizeidiensthund "Ferro" vom Bahnpolizei-Posten Neuss
(Diensthundeführer BOS im Bp-Dienst Eyll)
Der Ferro war der erste Rottweiler der Bahnpolizei in München-Freimann
Dieser "Rotti" wurde wegen Überschärfe im Grundlehrgang mit 5 Wochen ausgemustert.
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Ferro als schwarz-weiß-Bild
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Bundesbahn-Hauptsekretär im Bahnpolizeidienst Werner Eyll mit Diensthund Brix
von der Bahnpolizeiwache Krefeld
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Das Bild etwas anders belichtet
Leider kommt der Bp-Diensthund Brix nicht heller raus




Bahnpolizei-Hund "Veith" vom Bp-Posten Neuss



Bp-Diensthund "Veith" bei der Übung an der
Bahnpolizeischule München-Freimann
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Bahnpolizei-Hundeführer beim F-Lehrgang an der
Bahnpolizeischule München-Freimann
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Bahnpolizeibeamte der Bahnpolizeiwache Düsseldorf auf Ortsdienst
hier an der Ladestraße d. Bf Düsseldorf Hbf
Diensthundeführer Ebert mit seinem Diensthund "Lux"




Ein besonderer und wahrscheinlich der einzige Diensthund als
Owi-Bahnpolizeidiensthund "Lux"
der seinem Herrchen Owi-Blöcke zum Knöllchen Schreiben trug
Das gab´s nur in Düsseldorf
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Bahnpolizeischule München-Freimann 1978
Bahnpolizeibeamter Hans Franzspeck (Bp-Wache München-Ost) mit Bp-Diensthund Gero beim Hundelehrgang



Bundesbahn-Obersekretär im Bahnpolizeidienst Hans Franzspeck mit Diensthund Gero
im Nachtdienst bei Bestreifung der abgestellten Züge im Bereich des Bahnhofes
München-Ost  (06.Juli 1982)



BOS im Bp-Dienst Hans Franzspeck am 1.08.1985 mit seinem Bp-Diensthund Basco
bei Bestreifung von abgestellten Güterwagen im Bereich des Bahnhofes
München-Ost
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Fortbildungslehrgang für Hundeführer an der Bahnpolizeischule
München Freimann
80iger Jahre
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Hundevorführung anl. des Bahnhofsfestes
in Ingolstadt Oktober 1983



Hundeführer im Gespräch mit Zuschauer



BOS im Bp-Dienst Aigner vom Bahnpolizeiposten Garmisch-Partenkirchen mit seinem Diensthund



Bp-Diensthund des Bp-Beamten H. von der Bp-Wache Augsburg



Bahnpolizeidiensthundeführer und ihre Hunde



Bp-Diensthund bei der Vorführung-Überwinden der
Hinderniswand



Stellen eines Täter´s
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Bundesbahnsekretär im Bahnpolizeidienst Hans H.
am hinteren Teil der Bahnpolizeiwache Augsburg
re. das Einsatzfahrzeug der Bp-Wache Augsburg
VW-Kombi
1984






Bundesbahnobersekretär im Bahnpolizeidienst Hans H.
mit Bp-Diensthund Arco
Bahnpolizeiwache Augsburg ca. 1984
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